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Geschichte

GebäudeEnsemble Deutsche Werkstätten Hellerau

Das Schmidt's liegt im GebäudeEnsemble Deutsche Werkstätten Hellerau, welches in Form einer großen Schraubzwinge erbaut wurde. Der wunderschöne Innenhof mit seinen drei riesigen Kastanienbäumen bietet einen perfekten Blick aus den grossen Fenstern des Restaurants.

Hier ist das Schmidt’s heimisch geworden. Neben den gleichnamigen weltberühmten Werkstätten für hochwertigen Innenausbau haben sich die Deutschen Dependancen internationaler Firmen niedergelassen. Neben Partnern von AMD und Infineon findet man auf dem Gelände insbesondere Unternehmen der Biotechnologie, innovativen Energiegewinnung, sowie Designer und Künstler. Außerdem verfügt das Gelände über mehrere Tagungsräume mit einer Kapazität bis zu ca. 100 Personen. Die Räume tragen die Namen berühmter Hellerauer, wie beispielsweise Riemerschmid oder Dalcroze. Im vergangenen Jahr kamen zudem eine Reihe interessanter neuer Gebäude in Holzbauweise hinzu.

Karte Hellerau

Die Gartenstadt Hellerau ist bis weit über die Stadtgrenzen Dresdens hinaus all jenen ein Begriff, die sich mit modernen Lebensformen, Städtebau und Gesellschaftsideen des 20. Jh. auseinandersetzen. Im Jahre 1909 von Karl Schmidt gegründet, war sie die erste Gartenstadt in Deutschland, jedoch nicht die erste Gartenstadt überhaupt.

Die Idee, so genannte Gartenstädte zu errichten, war bereits in den 1850er Jahren in England entstanden, wo die gesellschaftlichen Folgen der Industriellen Revolution besonders stark zu spüren waren: knapper Lebensraum, schlechte hygienische Verhältnisse und hohe Grundstückspreise hatten besonders in den Gebieten um die Produktionsstätten zu einer Verelendung der Bevölkerung geführt. Die Gartenstadtbewegung wollte dieser Entwicklung ein Ende setzen und durch das bewusste Schaffen eines geeigneten Lebensraumes der unkontrollierten Entwicklung von Arbeitervierteln entgegenwirken. Kern der Gartenstadt blieb die Produktionsstätte, die Fabrik, um die sich die Häuser der Siedlung sattelitenförmig anordneten. Um der Bevölkerung Raum für sozialen Austausch zu ermöglichen legte man bereits im Grundriss Plätze und kleine Zentren an, die die Stadt letztlich zu einem in sich geschlossenen Organismus werden ließen.

Auch Karl Schmidt, der nicht etwa Architekt oder Ingenieur, sondern Unternehmer aus Dresden war, wollte für seinen 1896 gegründeten Handwerksbetrieb „Bau-Möbelfabrik und Fabrik für kunstgewerbliche Gegenstände“ nicht nur die Produktionsräume erweitern, sondern auch einen Lebensraum für die Arbeiter schaffen. Inspiriert von den Ideen der englischen Gartenstädte gründete er 1909 die Gartenstadt Hellerau. Seinem Architekten und Gestalter Richard Riemerschmid übertrug er die Gestaltung der Gesamtanlage mit der Fabrik im Mittelpunkt, den topographisch angepassten Straßen und die Errichtung zahlreicher Häuser. In den folgenden Jahren wurden viele weitere Architekten an der Gartenstadt beteiligt. So bauten namhafte Architekten wie Hermann Muthesius und Heinrich Tessenow in den 10er Jahren und in späterer Zeit Bruno Paul und Wilhelm Kreis Einzel- und Reihenhäuser und gaben Hellerau das typische Erscheinungsbild einer individuell ausgestalteten Einheit.

Doch das „Gesamtkunstwerk Hellerau“ zeichnete neben der Einheit von Leben und Arbeiten noch ein weiteres Element aus, das der Einheit von Kultur und Natur. Angeregt durch seinen Mitarbeiter und Vertrauten Wolf Dohrn förderte Karl Schmidt das kulturelle Leben in Hellerau. So engagierte er von 1910-1914 den Schweizer Tanzpädagogen Emil Jacques-Dalcroze, der für seine Körper- und Rhythmustänze bekannt war. Seine auf die natürlichen Bewegungen des Körpers und Rhythmusempfinden aufgebauten Tänze boten den Arbeitern einen Ausgleich für die monotonen, mechanischen Bewegungsabläufe, die sie in den Werkstätten tagtäglich ausführen mussten. Nachdem er zunächst in einfachen Räumen auf dem Werkstättengelände gelehrt hatte, konnte Jacques-Dalcroze ab 1912 in dem von Heinrich Tessenow eigens für ihn erbauten Festspielhaus seine Rhythmustänze proben und aufführen.

Der Erste Weltkrieg setzte der rasanten Weiterentwicklung Helleraus ein vorzeitiges Ende. Nach 1914 versprengte sich die Gruppe um Karl Schmidt und schließlich mussten auch die „Deutschen Werkstätten Hellerau“ in der Weltwirtschaftskrise der 20er Jahre um ihr Überleben kämpfen. Die Ideen der Gründer konnten in den folgenden Wirren des 20. Jh. nur schwer aufrechterhalten werden und mussten immer wieder neu belebt werden.

Bis heute hat sich allerdings eine besondere Atmosphäre in Hellerau erhalten, die sich aus dem Konzept von Leben & Arbeiten, Kultur & Natur immer wieder neu regeneriert.